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FÜR „DAS STERNENBOOT“ HABE ICH DAS LEBEN ZWEIER REALER PERSONEN, DIE DAMALS IN ASPRA, SIZILIEN, LEBTEN, MITEINANDER VERWOBEN.

 

Dazu musste ich viel recherchieren, weil es diesmal keinen deutschen Bezug oder Einfluss gab, und die Geschichte in den 50er- und 60er Jahren spielt.

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IN ZAHLREICHEN INTERVIEWS mit älteren Menschen habe ich viel über das Leben des Adels und den Einfluss der Mafia gehört. Ich habe erfahren, wie ein Frauenarzt arbeitete, wie wenig doch eine Hebamme für ihre Dienste bekam und was ein
Zehnjähriger verdiente, der in den Ferien in einer Sardinenfabrik arbeitete… Doch ich musste sehr oft nachfragen, um die herrschende Moralvorstellung dieser Jahre auf Sizilien zu verinnerlichen.
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JEMAND GAB MIR alte Zeitungsartikel über die beliebten Tauchwettbewerbe zu lesen. Doch erst als ich selber Tauchen gegangen bin, habe ich Nicos Faszination für das Apnoetauchen verstanden.

 

In Bagheria, meinem Vorbild für Bellaforte, habe ich Villen von Adligen besichtigt. In Aspra, dem Marinea im Roman, konnte ich im Museo dell’Acciuga und der angrenzenden Fabrik noch den penetranten „Duft“ der Sardinen erschnuppern und einiges über das Leben der Fischer und den Fischfang lernen.

 

Ich bin nach Mistretta gefahren, und habe diese „steinerne“ Stadt und die karge, wunderschöne Bergwelt, die sie umgibt, kennengelernt. Und ich habe die Freunde meiner Hauptpersonen getroffen.

SCHON WÄHREND des ersten Entwurfs wurde mir klar: Die beiden Stränge aus denen die Geschichte bestehen sollte, waren so umfangreich,
die würde ich niemals auf 500 Seiten
unterbringen können. Gottseidank hatte mein Verlag ein Einsehen und beschloss,
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zwei Teile daraus zu machen. Teil 2 wird im Frühjahr 2017 im DIANA Verlag erscheinen.

 

 

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Nachdem ich für meinen vierten Roman einmal von der Emilia-Romagna über Rom nach Apulien durch Italien gezick-zackt bin, hier der im Anhang versprochene Bonus-Track…

REISE-LAURA und icha_tavolaGarten Palazzo AstolfiPalazzo Astolfi

Meine Freundin Anna und ihre Mutter Laura kenne ich schon seit über 20 Jahren, und besuche sie sehr oft in Forlì. Dann wird immer viel gegessen… Unten findet ihr Lauras Piadine Rezept, dass sie mir genau so diktierte, wie Georg das im Buch widerfährt.
»Wie viel Salz?«
»Ach, bis es reicht…«

Übernachten kann man wunderschön im Palazzo Astolfi, nicht direkt in Forlì, sondern in Poggio Bernie:  www.palazzoastolfi.it

 

 

Piadina von Laura (Rezept 1 von 4)

Piadina wie Annas Mutter Laura sie macht…

• 500 Gramm Type 00-Mehl (das bekommt man im italienischen Supermarkt, für normales Weizenmehl übernehme ich keine Verantwortung…!)
• ½ Würfel frische Hefe
• 230 ml lauwarme Milch
• 50 Gramm Schweineschmalz
• 1 Ei
• 1 Esslöffel flüssiger Honig
• ½ Teelöffel Salz (meine Interpretation von „quanto basta“)

Das Mehl in eine Schüssel sieben (macht euch die Mühe!) und in die Mitte eine Mulde drücken. Die Hefe reinbröckeln und mit der Milch auflösen, dabei kommt natürlich bisschen Mehl mit in die Hefe, keine Angst! Den Vorteig mit Mehl bestäuben und mit einem sauberen Tuch abdecken. An einem warmen Ort (ich stelle ihn immer in den minimal eingeschalteten Ofen) gehen lassen, bis nach 20 Minuten / einer halben Stunde an der Oberfläche Risse zu sehen sind.

Das Schmalz, den Honig, Salz und das Ei mit dem Vorteig verrühren, dann mit den Händen zu einem glatten Teig kneten. Die Teigkugel zugedeckt noch mal 20 Minuten gehen lassen.

Nun nochmal kräftig durchkneten und zu einer sechs Zentimeter dicken Rolle formen. Diese in Stücke von jeweils ca. 160 Gramm teilen. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit der azdora ausrollen. (Ein Nudelholz tut es zur Not auch…) Der Fladen sollte ungefähr 25 cm Durchmesser haben.

Laura piekst nochmal mit der Gabel überall in die Oberfläche hinein. Eine gusseiserne Pfanne (in meiner Teflonpfanne klappt es auch) erhitzen, ganz ohne Fett, und die Fladen darin nacheinander „trocken backen“, sodass sie an vielen kleinen Stellen, etwas „angebrannt“ wirken. Rausnehmen, abkühlen lassen, vorsichtig aufschneiden. Ja, das geht! Dann mit echtem Parmaschinken und Rucola füllen.

Meravigliosa!!

 

 

Sergios Fischladen »Lo Scoglio« liegt garnicht in Pesaro… sondern mit einer sehr viel netteren Version des Roman-Sergio in Forli, an der Via Macero Saul 1 C… tanti saluti von Stefanie, falls ihr ihn dort besucht!

Das Pollo in Potacchio habe ich allerdings in den Marken gegessen. Eine köstliche italienische Version des Coq au vin, mit frischem Rosmarin und Weißwein. Ein einfaches Rezept, wie geschaffen, um es an einem faulen Sonntagnachmittag vor sich hin schmurgeln zu lassen, und beim Essen einen italienischen Garten mit Pinien, Rosmarinbüschen und einem Apfelbaum, in dem ein Kronleuchter hängt, vor den Augen entstehen zu lassen…

 

 

Pollo in Potacchio (Rezept 2 von 4)

Pollo in Potacchio aus den Marken

• 1 Biohuhn, geteilt in 8 Stücke
• 3 – 4 EL Olivenöl
• 1 große Zwiebel, in dünne Ringe geschnitten
• 2 Knoblauchzehen, in der Schale, nur angequetscht
• 1 kl. Peperoncino, ohne Kerne, in winzigen Stückchen
• Salz und Pfeffer aus der Mühle
• 1 EL Tomatenmark
• 1 Glas trockener Weißwein
• 2 frische Rosmarinzweige, Nadeln, leicht zerschnitten
• 50 ml Hühnerfond

Zunächst die Zwiebelringe und die Knoblauchzehen in reichlich Olivenöl dünsten. Erst, wenn die Zwiebeln praktisch gar sind, die Hühnerteile zugeben und mit ein wenig kleingehacktem Peperoncino leicht anbraten.

Fleisch aus dem Topf nehmen, das Tomatenmark andünsten (30 Sekunden) und mit einem Teil des Weins ablöschen. Eindampfen lassen, dann den Rest Wein zugeben, kurz aufwallen lassen, dann den Fond (darf auch etwas mehr sein), und das Huhn zugeben. In 20-30 Minuten im geschlossenen Topf fast gar ziehen lassen.

Nun die Rosmarinnadeln zugeben und noch etwa zehn Minuten bei geringer Hitze nachziehen lassen. Mit Salz und falls nicht scharf genug noch mehr Peperoncino gut abschmecken.
Kein großer Aufwand, und dennoch köstlich!

Dazu passt Reis oder Weißbrot, um die Soße auf zu tunken.

 

 

In Perugia war ich 1986 auf der Università per Stranieri. Seitdem hat sich nicht viel verändert, ach doch, ein paar Kinos sind verschwunden, und die Minimetro ist neu. Ansonsten, alles wie immer, Geschichte, wo man hintritt… Das Kino unter dem Sternenhimmel im Frontonepark ist ein Erlebnis, hinter der Bar ist der Steinbogen mit der Tür zu besichtigen. Das Cafe Sandri ist Pflicht, und das Essen im La Lumera auch! www.lalumera.it

Treppen...DSCN1734Espresso im La LumeraREISE-ROLLERDas alte Cinemaganz schön viel Geschichte in Perugia...L'Università per Stranierider Corso Vanucci

Rom!! Ich habe mich verliebt in diese Stadt. Auf der Jagd nach einem romantischen Nachtspaziergang für Eva und Jannis ist mir viel Lustiges widerfahren. Gegessen habe ich einfach, aber nicht weniger gut in der Trattoria da Marcello, Via die Zampano 12, im Stadtteil San Lorenzo. Die witzigste Eisdiele Roms ist der Palazzo del Freddo. Der hektische Charme einer Bahnhofshalle trifft dort auf römische Gelassenheit. Ich dachte, ich bin in einem Fellini-Film, das Eis ist zu Niederknien. www.palazzodelfreddo.it

REISE-BELLAStrassen von RomCimitero acattolicoREISE-cinecittáStatueREISE-ORANGENGARTEN

Blick_aus_dem_Orangengarten

REISE-DENKAML

Über die Zimmervermittlung airbnb war ich zu Gast bei Filomena. Dort habe ich Palombo mit schwarzen Oliven und Zwiebeln gegessen. Typisch römisch? Jedenfalls sehr lecker: Filos’s Rezept. Zum Erholen vom vielen Laufen und Schauen kann ich nur den Cimitiero acattolico empfehlen, U-Bahnstation Pyramide. Habe den Eingang mehr zufällig gefunden, und bin zwei Stunden, bis zur Schließung um 17 Uhr geblieben. Ein magischer Ort der Ruhe!

 

Fisch-Rezept von Filomena aus Rom (Rezept 3 von 4)

Cara Stefanie, grazie della mail.
avevi ragione, questa mattina ero seduta alla scrivania con il sole che entrava e la finestra chiusa per non far arrivare il rumore del traffico.
sono molto felice che il tuo libro sia finito, bella la copertina che mi hai inviato, sì sì :-)

 
la ricetta del pesce mi dispiace deluderti era un’invenzione dell’ultimo momento, ma proverò a ricordare:
il pesce era palombo che, se non ricordo male, avevo tagliato a pezzi e passato nella farina.
nella padella avevo preparato il sugo, olio di oliva, cipolla e una bottiglia di passata fatta a mano da mia madre. (AH, anche l’olio è raccolto a mano dai miei genitori)
Al sugo che bolliva ho aggiunto, olive nere senza nocciolo (quelle però, erano del supermercato)
Quando il sugo si è un po‘ ritirato ho aggiunto il pesce, poggiandolo piano piano nel sugo, e senza toccarlo troppo, che se no la farina va via.
Il pesce ci mette pochissimo a cuocere e in pochi minuti il piatto è pronto.

 
Accanto avevo messo del riso basmati, cotto al vapore, e una crema di lenticchie gialle.

 
uhm! che fame che mi sta venendo :-)

 
spero che la mia ricetta ti sia piaciuta e che ti possa aiutare per finire il tuo libro.
Non vedo l’ora di sapere quando sarà pubblicato, farò il tifo per te!!!

 
un abbraccio
filomena

Und hier die freie Übersetzung des Rezepts (eine Erfindung im letzten Moment, wie sie schreibt):

• Filetstücke vom Palombo, Glatthai, oder ein anderer Fisch, mit festem Fleisch, gewälzt in Mehl
• 1 kleine Flasche passierte Tomaten – ein Paket Pomito tut es auch, (da wir ja alle keine Mama haben, die uns ihr hausgemachtes Tomatensugo zur Verfügung stellt)
• 2 weiße Zwiebeln
• 3 Eßlöffel Olivenöl
• 10 – 15 schwarze Oliven ohne Kern
• Basmatireis

Die Linsencreme lasse ich weg, da ich nicht weiß, wie sie geht, und ich auch nicht so ein großer Fan davon bin…. schmeckt auch fantastisch ohne.
Die Zwiebeln in feine Ringe schneiden, in dem Olivenöl andünsten, passierte Tomaten und die Oliven dazu, einkochen lassen. Dann den Fisch vorsichtig hineingeben und gar ziehen lassen. Sollte nur ein paar Minuten lang dauern. Dazu Basmatireis reichen und sich in eine Küche nach Rom träumen…

 

 

Apulien, Paese dei trulli! In der Nähe von Ostuni habe ich sehr oft in einem Trullo Ferien gemacht, daher die intimen Kenntnisse der Stinkewürmer und vieles mehr… Ich liebe die wilde apulische Landschaft, die rote Erde, die Feigen- und zahllosen Olivenbäume. Wenn ihr direkt in Ostuni wohnen wollt, wie bei Mamma Isa, dann schaut hier: www.nonnaisa.it, oder, wer es noch kuscheliger mag: www.i7archi.com

die NachbarinKaktusfeigen

Mittagessen... Lamia mit GranatäpfelnGassen von Ostuni neue Trulli Stadtmauer Ostuni

Hochzeit in Cisternino OSTUNI 1.Trulli in Ostuni verfallener TrulloGassen von Ostuni_Fiat 500

Ostunis Innenstadt ist klein und überschaubar, sehr schön ist das Casbah Art Café direkt an der Piazza della Libertà. Man kann auf der Dachterrasse in einem der Bücher lesen, oder auf einem kleinen Balkon, im Schutze des Heiligen Oronzo und mit einem Drink in der Hand, die Menschen unter sich vorbeiziehen lassen.

Ein Focaccia-Rezept, das unter anderem auch in Hamburg funktioniert, kommt von der Schauspielerin Susanna Capurso, die es mir unter Auflage strengster Geheimhaltung verraten hat. Also heimst das Lob auf Partys ein, gebt es aber bitte nicht weiter!

Was habt ihr für Erfahrungen in diesen Städten gemacht? Über eine Mail freue ich mich sehr!

 

 

Focaccia wie Susanna Capurso sie macht (Rezept 4 von 4)

Für 2 Focaccia:

• 1 Kilo Mehl, Type 00 Wichtig! aus dem italienischen Supermarkt
• 2 EL Salz
• 1 Würfel frische Hefe
• 750 ml lauwarmes Wasser
• 1 Dose kleine Tomaten (Pommodorini)
• 24 schwarze Oliven ohne Kern
• gutes Olivenöl
• Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
• Oregano
Werkzeug:
1 Gabel
1 Form
Ich habe mir beim Türken zwei dieser flachen, runden mit Teflon beschichteten Metallformen gekauft, Durchmesser 36 cm, die gerade noch so auf den Boden meines Backofens passen.

Die Hefe im Wasser auflösen, das Mehl in eine große Schüssel sieben, das Wasser mit der Hefe mit einem Mal auf das Mehl schütten, nur mit einer Gabel durchrühren, Gabel muss „leicht“ gehen. 5 EL Olivenöl dazu, glatt rühren. Ca. 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. Nun den Teig vorsichtig teilen und in jeweils eine der flachen Formen geben.
Glatt streichen, alles nur mit der Gabel und viel Ruhe…, den Teig nicht unnötig „strapazieren“, wie Susanna sagt. Nochmal etwas gehen lassen.

Jetzt schon mal den Ofen vorheizen. Wichtig! Keine Umluft, sondern Ober- und Unterhitze! 250 Grad, was der Ofen hergibt.

Pommodorini abtropfen lassen, jeweils die Hälfte der Dose und 12 Oliven auf dem Teig verteilen. Zwei großzügige Prisen Salz, reichlich Pfeffer aus der Mühle und den zwischen den Händen zerriebenen Oregano drüberstreuen.
Öl in dünnem Strahl zwischen Teig und dem Rand der Form fließen lassen, auch noch mal kreuz und quer darüber. „Die Focaccia liebt Salz und Öl!“

Form 20 Minuten auf den Ofenboden(!) stellen. Nach zehn Minuten Teig mit einem Holzheber anheben und schauen, ob Boden kross gebacken wird… Manchmal stelle ich die Focaccia auch noch kurz unter den Grill, wenn sie mir zu blass vorkommt.

Herausnehmen, kurz abkühlen lassen, mit einer Schere in Quadrate zerschneiden, geht am besten!
Dazu ein kühles Glas Weißwein, und das Kalorienzählen mal vergessen…

Buon appetito!