Bella Musica

DETAILS
Titel: Bella Musica
Autor: Stefanie GerstenbergerVerlag:
DIANA Verlag
ISBN:978-3-453-36091-4
Erscheinungstermin: 12.07.2021
Seitenzahl:560

Eine Kindergeige und der Name Anna Battisti: Mehr blieb der Halbitalienerin Luna nicht, als ihr Vater die Familie verließ. Mit ihm verschwand auch ihr Talent für die Musik. Auf den Spuren der Geige reist sie von München nach Italien, um mehr über ihre Wurzeln zu erfahren.

Cremona 1951: Anna Battisti, eine begabte junge Geigenbauerin, fertigt in der Werkstatt ihres Vaters kunstvolle Instrumente. Doch sie ist eine Frau – und darf das Familiengeschäft nach seinem Tod nicht weiterführen. Um einer Zwangsheirat zu entkommen, flieht sie mit nichts als ihrem Meisterstück nach Sizilien.

Nur der Ort auf der Insel, an dem sie sesshaft wurde, ist überliefert. Hier findet Luna heraus, wer ihre Großmutter war und lüftet das tragische Geheimnis, das ihre Familie seit drei Generationen umgibt.

 

Bella Musica

Die Geschichte hinter der Geschichte

 

Manchmal platzt die Idee zu einem neuen Roman ganz unmittelbar in mein Leben, manchmal schlummert sie schon seit Jahren in mir.
Im Falle von Bella Musica war es die Kindheitsgeschichte eines Freundes, die ich schon seit über zwanzig Jahren kenne, und die mich seitdem nie mehr ganz losgelassen hat. Zu was für einem Menschen wird man, wenn einem so etwas geschehen ist,
habe ich mich immer gefragt.
In seinem Falle war die Antwort traurig: Er verließ seine Frau und seine sehr kleinen Kinder und verschwand spurlos aus ihrem (und auch meinem) Leben.

Eine zweite Komponente war die Faszination für Geigen. Obwohl ich selbst nicht spiele, haben mich diese Instrumente immer schon begeistert, und das Wissen, dass sie seit Jahrhunderten so sorgsam und individuell hergestellt werden, auch.
Also machte ich mich im Frühjahr des Corona-Jahres 2020 an den Teil der Arbeit, den ich besonders liebe: Die Recherche. Im bayrischen Mittenwald fing ich im Geigenmuseum an, ich machte die Geigenbauerin Eva Lämmle in München ausfindig und stellte ihr eine Menge Fragen, und fuhr dann, als es Corona-bedingt gerade mal möglich war, nach Cremona.

Ich glaube, man merkt dem Buch an, dass ich mich sofort, in diese Stadt verliebt habe! Diese Atmosphäre, geprägt durch Stradivaris Schaffen und das der vielen anderen großen Geigenbauer vor und nach ihm, ist einfach unvergleichlich!

Meiner Vermieterin Patrizia, bei der ich über airbnb in der Villa Lina untergeschlüpft bin, war wunderbar, sie lieh mir sofort ihr Fahrrad und schickte mich zu Fausto Cacciatori, einen der Kuratoren des Museo del Violiono. Er empfahl mir, mich für die historischen, das Handwerk betreffenden Fragen, an Giorgio Scolari, einen der erfahrensten Geigenbauer der Stadt zu wenden, der auch an der Geigenbauschule unterrichtet. Giorgio hatte glücklicherweise Zeit für mich.
„Hätte es eine Anna Battisti geben können“, war eine meiner Fragen.
„Ja natürlich“, war seine Antwort. „Frauen, die Geigen bauten, gab es damals offiziell nicht. Aber in den Werkstätten ihre Väter und Brüder hat es sicher die eine oder andere talentierte Frau gegeben. Und das ist nicht verwunderlich. Frauen sind fast noch besser für diese Handwerk geeignet als Männer, das habe ich beim Unterrichten festgestellt.“
Auf meine Frage warum, antwortete er: „Weil sie besser zuhören!“

Ich traf auch den Liutaio Davide Sora, ich traf Giovanni, den Enkel vom berühmten Giobatta Morassi, und hielt ihn genau wie Gaspar Borchardt vom Arbeiten ab. Sie alle ließen mich in ihre Werkstätten und erzählten mir viel über die Feinheiten des Geigenbaus, die Zeit des Faschismus, und die Geigenbau-Schule, die in den 50er Jahren in Cremona wieder auflebte.

Um dem doch recht tragischen historischen Strang etwas mehr Leichtigkeit entgegen zu setzen, stellte ich Luna ihre flüchtige Bekannte Gitta zur Seite, die im Laufe des Romans zu ihrer Freundin wird. Sie hat sich während des Schreibens immer mehr in den Vordergrund gespielt, durfte alle Fehler machen, die ich selbst als Autorin gemacht habe und hat mich so manches Mal zum Lachen gebracht.
Ähnlichkeiten mit anderen Autorinnen sind zufällig und unbeabsichtigt.

Ich werde auf jeden Fall wieder nach Cremona reisen, dann hoffentlich ohne Maske, ohne klebrige Desinfektions-Automaten in den Bars und Läden, ohne Fiebermessen vor dem Bahnhof und im Museo del Violiono… um erneut in die wunderbare Welt der Geigen und der Musik einzutauchen.

 

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